Funkenflug (2): Reizworttechnik

Eine meiner liebsten Kreativtechniken ist die Reizworttechnik. Die eignet sich prima auch einfach nur zum Rumspielen. Ein Traum für jeden, der Wortspielereien liebt. Aber sie taugt auch, um gute Ideen zu entwickeln, wenn das Hirn vorher völlig blockiert – oder leer – war. Die Methode ist einfach, funktioniert in der Gruppe genauso gut wie allein und braucht nicht viel Vorbereitung. Zuletzt habe ich es benutzt, als es darum ging, ein Plakat für den Curcuma-Schmuckworkshop zu entwerfen und mir die Ideen fehlten.

 

Die Technik ist einfach: Das Problem kommt zunächst in die hinterste Ecke des Hirns. Stattdessen gilt die Aufmerksamkeit einem Reizwort. Am einfachsten findet sich das in einem beliebigen Buch: blind aufschlagen und bei geschlossenen Augen mit einem Finger über eine Seite fahren und bei einem Wort anhalten. Alternativ kann auch ein Begriff aus einem Lied oder einem Theaterstück als Reizwort dienen. Oder Sie bitten einfach einen Freund, Kollegen, Verwandten, Ihnen ein beliebiges Wort – optimalerweise ein Substantiv – zuzurufen. In meinem Fall habe ich den Duden benutzt und bin bei „Glas“ als Reizwort gelandet.

 

Um dieses Reizwort entwickeln Sie ein simples Mindmap. Schreiben Sie alle Attribute und Assoziationen auf, die Ihnen zu Ihrem Reizwort einfallen. Nicht filtern, und vor allem: nicht nach Verbindungen zum Ursprungsproblem suchen, sondern einfach nur an das Reizwort denken. Erst, wenn Ihnen wirklich gar nichts mehr zum Reizwort einfällt, gehen Sie daran, das Mind Map nach Begriffen zu scannen, die sich in Verbindung zum Problem bringen lassen. In meinem Beispiel oben habe ich die entsprechenden Begriffe farbig hervorgehoben, indem ich sie statt auf grünen auf weiße Flächen gesetzt habe.

 

Im besten Fall kommen so plötzlich ganz neue Ideen, Assoziationen und Perspektiven zum und auf das Problem zustande, die helfen, es kreativ zu lösen. Wenn Sie dann an die Arbeit an ihrem Problem gehen, müssen Sie nicht jeden Begriff aus dem Mindmap, der zum Thema passt, auch benutzen. In meinem Fall war durch die Reizworttechnik klar, dass das Plakat vor allem bunt, leuchtend, vielseitig und wie ein Kaleidoskop werden soll. Die Begriffe „Perlen“, „kostbar“ und „Kristall“ dagegen haben bei der Gestaltung schließlich kaum eine Rolle gespielt. Entstanden ist schließlich dieses Plakat, das Sie unten sehen.

 

Und jetzt bin ich gespannt auf Ihre Erfahrungen mit der Reizworttechnik. Also los: Lassen Sie die Funken fliegen!

 

Flyer_Schmuck

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