Replik zur GedankenGlut über verschmähte Männer

Livia Schilling macht sich in ihrer aktuellen GedankenGlut Sorgen um die Männer. Die tierischen und die menschlichen. Weil sie stets die Jäger sein müssen, wenn sie zum Stich kommen wollen. Und die dann noch nicht einmal genießen können, wenn sie mal selbst das Objekt der Begierde sind und sich genüsslich zurücklehnen könnten, um gejagt zu werden.

 

Ich kann dazu nur sagen: Gott sei Dank! Würde mich ein Mann interessieren, der selbst null Interesse zeigt? Vielleicht. Würde ich ihn „jagen“? Ganz sicher nicht. Ja, vermutlich bin ich tatsächlich nicht besser als weibliche Spatzen und Seekühe: Ich will umworben werden. Er darf sich ruhig ein bisschen anstrengen, um mir zu gefallen und um sich als der Beste für mich zu profilieren. Die Konkurrenz ist groß – glauben jedenfalls die Männer, und ich werde einen Teufel tun, ihnen die Augen zu öffnen und ihnen zu sagen, dass sie eigentlich freie Auswahl haben. Immerhin, ich bin jetzt „über 30“, wie mein Lieblingsmann kürzlich feststellte. Da wird die Luft dünn, wenn man einen Partner sucht. Ich bin heilfroh, dass ich meinen schon gefunden habe, denn zwischen den vielen Verheirateten, Bindungsunwilligen und Schwulen gibt es in der passenden Altersklasse kaum noch Single-Männer mit Intelligenz, Witz und Familienwunsch.

 

Eigentlich könnten sie also ganz entspannt die passenden Frauen vor sich aufmarschieren lassen und sich wie ein römischer Kaiser die rauswinken, die ihnen am genehmsten ist. Doch ihr Erbgut verändert sich eben nur langsam. Die letzten paar Millionen Jahre sind drauf gegangen, um vom Buckel zum aufrechten Gang zu kommen (danke Evolution, so sehen Anzüge viel sexier aus!) und aus der „Damit knacke ich Nüsse“-Stirn einen Denkerschädel zu machen. Die Zeit hat noch nicht gereicht, um das Gen (oder Genom oder was weiß ich, wo das liegt) zu ändern, dass ihnen einprägt, dass es zu wenig Frauen gibt, die alle noch dazu ein zu hohes Todesrisiko haben, um die Nachkommenschaft gemütlich abzusichern. Also jagen sie. Und imponieren. Denn sie wissen: Ohne Mammutknochen kein Sex keine Nachkommen.

 

Und ehrlich gesagt: Ich finde das gut so. Ich mag Fleisch und habe auch nichts dagegen, diejenige zu sein, die es kochen muss, solange er es nur erlegt (von mir aus auch im Supermarkt). Ich mag es, mit Blumen überrascht und ins Kino ausgeführt zu werden. Ich fühle mich gerne umsorgt und umworben (meistens). Warum also sollen sich Männer Frauen wünschen, die sich nicht jagen lassen, sondern selbst jagen? Ich wünsche mir ja auch keinen Mann, der sich von mir abschießen lässt.

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