Adventskalendereien

Ich liebe Adventskalender. Die aus Schokolade, vor allem aber die, bei denen ich vorher nicht weiß, was sich hinter dem Türchen versteckt. Früher gab es die Adventskalender immer von Oma. Als ich 21 war, versuchte sie, das einzustellen. Hinweis auf das Alter und so. Ich habe mich so vehement gewehrt, dass ich selbst mit Ende 20 noch immer einen Adventskalender von Oma bekam. Inzwischen kommt jedes Jahr einer vom Steuerbüro dazu, einer, mit dem man gute Taten tun kann (dieses Jahr vom Lions Club Gotha) und ein bis zwei Dutzend virtuelle.

Auf Adventskalender-Suche

Wirklich, kurz vor dem 1. Dezember setze ich mich seit einigen Jahren einen Abend lang vor den Rechner und suche mir virtuelle Adventskalender zusammen, bei denen man interessante Dinge gewinnen kann. Die klappere ich dann täglich ab. Nicht jeden Tag spiele ich mit, schließlich will ich ja auch nur gewinnen, was ich wirklich gebrauchen kann. Aber ich bin ein Mädchen-Mädchen: Wenn es glitzert, Kosmetik ist, Schuhe oder Taschen oder Bücher eine Rolle spielen, bin ich dabei. Und ja, dabei verliere ich dann schon auch mal meine Distanz dazu, eigene Kontaktdaten preiszugeben. Nur Kalender, bei denen man sich dauerhaft registrieren oder seine Facebook- oder Twitterfreunde mit Hinweisen nerven muss, fliegen aus dem Raster.

 

In diesem Jahr sind in dieser Sammlung zum ersten Mal auch Adventskalender, bei denen man nichts gewinnen, aber viel lernen kann. Dank der sammelwütigen Epxerten von t3n habe ich Kalender gefunden, hinter dessen Türchen sich jede Menge Tipps und Fachtexte für Kommunikations- und Webmenschen verstecken. Das hat mich auf eine Idee gebracht, und ich habe angefangen, zu suchen: Ich wollte wissen, ob es Journalisten gibt, die Adventkalender nutzen, um ihre Leser auf sich aufmerksam zu machen und an die eigene Website, den eigenen Blog zu binden. Immerhin ist es die perfekte Lösung, um Nutzer innerhalb kurzer Zeit sehr oft auf die eigene Seite zu ziehen. Uns geht man von der Theorie aus, dass man Dinge 21 (oder 30, je nach Theoretiker) Tage wiederholen muss, um sie zur Gewohnheit werden zulassen, wäre das DIE Lösung, um dauerhaft mehr Leser zu gewinnen. Aber der Aufwand ist enorm. 24 Tage lang jeden Tag einen neuen Text, eine neue Arbeit. Und zwar eine, die so gut, so relevant ist, dass der Adventkalenderianer auch am nächsten Tag gespannt ist, was sich diesmal hinter dem journalistischen Türchen versteckt. Vielleicht ist das der Hauptgrund, dass ich nur wenige Journalisten finden konnte, die einen Adventskalender anboten und keinen, der dieses Jahr einen anbietet.

Adventskalender zum Journalisten-Selbstmarketing

Da sind Kollegen, wie Udo Stiehl, dessen Adentskalender 2013 vor allem für Kollegen taugte. Hinter jedem Türchen bot er neue Basics unseres Handwerks an. Für manche „Neuland“, für viele Erinnerungen an das, was man mal gelernt hat, was im Alltag aber immer öfter untergeht. Sehr empfehlenswert. Einziges Hinkebein: Man erkennt den Adventskalender nicht (mehr) als solchen, denn die Türchen kommen einfach als Blogbeiträge daher (einfach unter diesem Beitrag immer „nächster“ klicken, EDIT: Danke an Udo Stiehl, der mich darauf hinwies, dass es die alten Beiträge doch auch noch in einer Übersicht gibt, und zwar hier). Dann spendiert Google mir ein paar weitere Ergebnisse aus den vergangenen Jahren, doch aktuell scheint sonst kaum ein Journalist selbst einen Adventskalender zu bestücken. Es gibt Kollegen, die andere Adventskalender empfehlen. Wie Henning Bulka, der auf einen Kalender für die Ohren fliegt, der übrigens wirklich nett ist. Und es gibt jede Menge Medien von der Sueddeutschen bis zum kleinen Lokalblatt, die ihre Leser mit Adventskalendern ködern. Hinter deren Türchen stecken aber in der Regel Sachpreise statt Journalismus. Hilft sicher auch, die Leute auf die Seite zu locken. So ein iPad oder Smartphone zu gewinnen, ist verlockend. An die Marke bindet das aber niemanden, denn vom Markenkern merkt bei diesem Adventskalender ja keiner was (mal abgesehen vom Logo oben rechts in der Ecke).

 

Auch wir bei Curcuma Medien haben die Chance dieses Jahr verschlafen, aber mal sehen, vielleicht fangen wir am 25.12.2014 an, tolle Texte, unsere besten Bilder und besten Kreativtipps zu sammeln, um einen Adventskalender 2015 für euch zu bestücken. Und vielleicht machen wir das ja auch nicht allein, sondern bieten einen grandiosen Adventskalender mit Kollegen und Partnern an, die können, was wir nicht können, und damit und – oder gemeinsam mit uns unsere Kunden – oft sehr glücklich machen. Wie wäre es, Livia Schilling, Rainer Aschenbrenner, Pauline Werner, Susann Winkel, Michael Plote, Jürgen Creutzburg, liebe Kollegen von Style your web, Ann Red oder Dr. Bernd Seydel, starten wir einen Kooperations-Adventskalender?

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